November 2016.

Immer und immer wieder denke ich über das Thema Nachhaltigkeit nach. Im November ’16 kam dann aber plötzlich alles ins rollen. Denn in diesem Monat hatte ich bei DariaDaria erfahren, dass man mit Kastanien waschen kann. Allerdings habe ich diesen Beitrag nur flüchtig gelesen und wenige Wochen später, im Dezember, hatte die Schwester meines Freundes ein Glas voller Kastanien in der Küche – zum Waschen. Da kam mir wieder der Beitrag von DariaDaria in den Sinn und wollte das auch sofort ausprobieren. Schade, dass keine Kastanien mehr im November lagen. 2017 habe ich hoffentlich mehr Glück und kann gleich mehrere Kilos sammeln.

Mitte November gab es den berüchtigten Tag – den Black Friday. Zufälligerweise war ich genau an diesem Freitag mit meinem Freund in der Stadt und ich war schockiert. Schockiert über das Kaufverhalten bzw. den Massenkonsum der Menschen. Ich war sofort angeekelt, sodass mein Freund und ich nur wenige Minuten später nach Hause fuhren.

Anfang Dezember 2016.

Ich war auf dem Weg zu meiner Hochschule. Es war morgens, 7:45 Uhr, als ich das Hochschul-Gelände total übermüdet betrat. Und dann stand da ein LKW, voll gepackt mit Tüten, die verschenkt wurden. Alles schön und gut soweit, doch als ich die Schlange gesehen habe, stockte mir der Atem. Den Inhalt konnte man schon vorher bei anderes Studenten erkennen.

„Die stehen doch jetzt nicht wirklich alle für eine kostenlose Tüte mit Süßigkeiten und sonstigem – tatsächlich unnötigen – Zeug an, oder?“ Doch, genau das machten sie.

Innerlich platzte bei mir die Bombe, es kam wieder alles hoch. Der ganze Massenkonsum, den die Menschheit nicht braucht. Man möchte alles haben, haben, haben. So günstig wie es geht. Am besten kostenlos. Hauptsache haben. Obwohl man es gar nicht braucht. Wer diese günstigen Sachen für uns herstellt? Irgendwelche Arbeiter/innen aus Indien, Kambodscha etc., die minderwertig bezahlt und behandelt werden – ganz zu schweigen von dem Lebensstandard dieser Länder.

Zurück zu meinem Tag an der Hochschule. Statt meiner Vorlesung zu folgen, recherchierte ich vier Stunden lang über konventionelle Marken und die Folgen. Dabei bin ich unter anderem auf die App Codecheck gestoßen, die mir einiges über den Inhalt meiner Kosmetik klargemacht hat. Nach der Vorlesung fuhr ich nach Hause und räumte eiskalt meinen kompletten Badezimmer-Schrank aus und verschenkte alle konventionellen Produkte, die ich besaß.

Nach dem Ausmisten meiner ganzen Klamotten war DariaDaria eine ganz große Hilfe bezüglich Fair Fashion. Ich schaute mir vorher noch empfohlene Dokumentationen wie The True Cost an. Wer sich diesen Film anschaut, wird sicherlich keinen Fuß mehr in konventionelle Läden setzen. Und genau das werde ich auch nicht mehr machen. Nehmt euch gerne mal Zeit für diese Dokumentation. Ich verspreche euch, ihr verschwendet keine Zeit.

Minimalismus

Minimalismus. Was für ein Wort. Ich liebe es und habe es tausend Mal verwendet für irgendwelche Outfits oder Blogbeiträge. Minimalismus ist grad in. Jedenfalls im Modebereich. Was bedeutet für euch Minimalismus?

Dem Wort so nah, und doch so fern. Ich begrüße den minimalistischen Kleidungsstil, bei dem man im Prinzip fast alles untereinander kombinieren kann. Ich finde ihn simpel und schick zugleich. Doch ich möchte mich dem Wort nicht nur im Modebereich nähern, sondern auch im Lebensstil. Ich bin absolut gar kein Minimalist, wenn ich mir jede Woche ein neues minimalistisches Shirt kaufe. Als Minimalist kommt man mit weniger klar und umgeht den Massenkonsum. Als Anhang nochmal ein kleiner Trailer zu einer spannenden Dokumentation zum Thema Minimalismus.

Und heute?

Tatsächlich hatte ich paar Naturkosmetik-Produkte zuhause, die ich jetzt noch mit meinem Freund aufbrauchen werde. Interessant ist, dass ich mich kaum noch schminke, weil mir der Naturkosmetik-Concealer ausreicht. Den größten Teil gehe ich sogar ungeschminkt aus dem Haus und fühle mich unglaublich wohl. Der Kleiderschrank wird bis heute immer noch ausgemistet und vieles auf Kleiderkreisel und eBay verkauft. Gekauft wird nur noch Secondhand via Kleiderkreisel, Mädchenflohmarkt, eBay etc. und wenn neu, dann nur Fair Fashion. Bisher ist aber nicht vieles bei mir eingezogen, sondern eher nur raus.

Mein bisheriges Resultat?

Ich habe festgestellt, dass ich seit Dezember unglaublich glücklich bin und mich freier fühle, wenn ich weniger besitze und keine konventionellen Dinge mehr kaufe. Ich kann mich auf andere, wichtigere Dinge fokussieren und spare sogar Geld, wenn ich nicht ständig etwas unnötig Neues kaufe.

Mein nächstes Ziel wird es sein, eigene Kosmetik wie Peelings oder Cremes herzustellen. Großartig wäre es natürlich noch, wenn ich es schaffen sollte „Zero Waste zu leben“, also keinen Müll zu produzieren. Gläser dafür habe ich schon angefangen zu sammeln. Alte Marmeladen-Gläser und andere Lebensmittel-Gläser eignen sich dafür besonders gut. Allerdings ärgert es mich immer noch, dass an vielen Lebensmitteln viel zu viel Plastik hängt.

Glaubt mir, auch ich lebe noch nicht perfekt nachhaltig. Jeder braucht seine Zeit sich neu anzupassen und jeder kleine Schritt ist der richtige. Man muss nur anfangen. Und glaubt mir, so schwer ist das gar nicht.

Zum Schluss noch ein kleiner Trailer zu einem aktuellen Kinofilm (Filmstart war der 20.01.17), der sich mit dem Thema Plastik beschäftigt.

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